Stian Hole: “Garmans Sommer”

Hanser Verlag, 2009. 48 Seiten.

Der letzte Sommer vor der Einschulung kommt auf jeden Fall. In Garmans Fall geht er dann schneller, als ihm lieb ist. Garman ist fünf und kommt im Herbst in die erste Klasse.

Sein Vater ist ein Orchestergeiger und geht ausgerechnet in diesem Sommer auf eine Konzertreise.Doch Garmans drei Tanten kommen mit dem Schiff über den Fjord zu ihrem Sommerbesuch. Von ihnen will Garman mehr über die Angst wissen – über seine vor der Schule und dem Ungewissen und vor deren eigenen Ängsten.

Freilich, das Buch handelt von der Angst, davon, ob man jemals angstfrei sein kann und von der Schule als bevorstehender Bedrohung. Über den pädagogischen Sinn dahinter kann man vortrefflich streiten – aber dann bitteschön mit den Kindern zusammen. Dann können die nämlich dabei lernen, dass nicht nur Tante Borghild vor etwas Angst hat, sondern eventuell auch die eigenen Eltern, Lehrer oder Mitschüler.

Die Bilder unterstützen die Bedrohung, die vom herannahenden Schulanfang ausgeht. Menschen wirken montiert und unverhältnismäßig, fast schon wie eine Karikatur aus Monty-Python’s-Flying-Circus, fratzenhaft.Gerade die Köpfe sind überdimensioniert, fast so, als ob sich die Erwachsenen über Garman beugen um um ihm zu sagen, was er zu tun und zu denken hat.

Kein Mängelexemplar. Es tut einfach gut, Garman zu beobachten oder mit ihm zu leiden und sich an das Eine oder Andere aus seinem eigenen „letzten“ Sommer vor der Schule zu erinnern. Zu guter Letzt mag man noch über Garmans Angst schmunzeln: „So schlimm war die Schule dann doch nicht.“ Bleibt zu hoffen, dass der Nachfolger „Garmans Straße“ schnell nach Deutschland kommt.

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