Gregor Tessnow: “Knallhart”

Ueberreuter Verlag, 2006. 155 Seiten.

Seit Klaus, der Geliebte seiner Mutter, die beiden rausgeschmissen hat, fühlt sich Michael Polischka wie im falschen Film. Statt Villa im Berliner Nobelviertel Zehlendorf heißt es jetzt Bruchbude in Neukölln. Und auf der neuen Schule stellen ihn Erroll und seine Rotjacken gleich vor die Wahl: Zahlen oder Terror. Da scheint ein Einbruch in Klaus’ Villa ein Ausweg zu sein. Richtig gut wird das Ganze aber erst wieder, als Michael den Dealer Hamal kennen lernt. Den Drogenkurier spielen für Hamals Schutz? Kein Problem. Oder?

Das ganze Buch ist eine Fallstudie eines sozialen Falls (klar, Fallstudie…). Hier handeln weniger Charaktere als Stereotypen, jeder hat seinen festen Platz und bewegt sich davon nicht weg. Die Geschichte selbst bleibt kurz und novellenhaft, mit einem dramatischen aber hoffnungsvollen Ende, denn Michael steigt aus. Die Frage bleibt aber, ob der Charakter hier nicht zu sehr überzeichnet wird, denn ein Jugendlicher, der am Ende froh ist, endlich bei der Polizei zu landen und dort seine Sicherheit zu finden erscheint mir doch sehr konstruiert.

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