David Gilmour: “Unser allerbestes Jahr”

Fischer-Verlag, 2009. 272 Seiten.

Davids Sohn Jesse kommt mit der Schule nicht mehr zurecht. David, ein ehemaliger Filmkritiker und Journalist erlaubt seinem Sohn, die Schule abzubrechen. Jesse darf schlafen so lange er möchte, er darf tun und lassen was er will, von ihm wird nicht verlangt, dass er irgendwie an seiner Zukunft arbeitet oder sogar Geld verdient. David stellt nur zwei Regeln auf: Keine Drogen und jede Woche drei Filme, die Vater und Sohn zusammen ansehen. Das lässt sich Jesse nicht zweimal sagen und so beginnt das riskante Erziehungsexperiment, währenddem sich David öfter fragt, ob er die Zukunft seines Sohnes opfert, um einmal in seinem Leben etwas cooles zu tun.

So startet also der Filmclub. Die Begeisterung Jesses für Nouvelle Vague oder Suspense hält sich (für den Leser) erwartungsgemäß in Grenzen. Doch David macht weiter und Jesse lässt sich darauf ein. So erfährt man neben der autobiografischen Geschichte von David und Jesse Gilmour noch eine ganze Menge über Filme und Filmkritik.

Gegen Ende wird das Buch etwas langweilig: Jesses Ausbrüche wiederholen sich und Davids Abnabelungsversuche werden mir ein bißchen zu detailiert beschrieben. Da hätte man gut und gerne zwei Bäckerdutzend Seiten kürzen können, aber das kann man ja verkraften. Was bleibt ist aber das gut aufbereitete Filmwissen und der waghalsige Pädagogikversuch. Beides macht einfach Laune zu Lesen. Am Schluss hat es Gilmour geschafft, ein nachenkliches, aber positives Ende zu beschreiben.

Das Buch ist von der Jugendjury für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2010 nominiert worden und das kann ich gut verstehen.

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